DSH Tyson, 2 Jahre

Lahmheit Hintergliedmaße, Schwellung Tarsalgelenk beidseits

Die röntgenologisch sichtbaren Veränderungen sind an beiden Tarsalgelenken vorhanden. Exemplarisch sind nur die Bilder des linken Tarsalgelenkes gezeigt.

Mit freundlicher Genehmigung Tierklinik Hofheim. Dres Kessler, Kosfeld, Tassani-Prell, Bessmann, Rupp, Delfs, Schmohl, von Klopmann

Diagnose

Röntgenbefund

Es sind hochgradige, das Tarsalgelenk überbrückende, knöcherne Zugbildungen dorsal, plantar und lateral um das Tarsalgelenk sichtbar. Die knöchernen Zugbildungen zeigen eine glatte Oberfläche. Die Dichte der Zubildungen ist heterogen. Der Talus zeigt eine hochgradig reduzierte Dichte.

Röntgendiagnose

  • knöcherne Raumforderung Tarsalgelenk mit Ankylose des Tarsocruralgelenks und der Intertarsalgelenke
  • hochgradige Osteopenie Talus

Diskussion

Differentialdiagnostisch kann es sich um multiple cartilaginäre Exostosen oder Veränderungen in Zusammenhang mit einer diffusen, idiopathischen Skeletthyperostose (DISH) handeln. Für eine trauma-assoziierte Veränderung ist das Vorliegen bilateraler Veränderungen ungewöhnlich. Das röntgenologische Erscheinungsbild passt nicht zu Enthesiophyten oder einer degenerativen Gelenkerkrankung.

Die Osteopenie des Talus ist Folge der Ankylose des Gelenks. Bedingt durch die fehlende Belastung kommt es entsprechend dem Wolffschen Gesetz zu einem Abbau von Knochensubstanz. Der Calcaneus zeigt eine gering ausgeprägte Osteopenie infolge des Zuges der Achillessehne, wodurch er noch einer gewissen Belastung und damit Stimulation ausgesetzt ist. Ein Beurteilung des Grades der Osteopenie des Os tarsi centrale ist aufgrund der Überlagerung nicht möglich, gleiches gilt für die Ossa tarsalia primum bis quartum. Eine geringe Osteopenie der Knochen der distalen Tarsalgelenksreihe wäre zudem über eine geringe Stimulation infolge erhaltener Beweglichkeit der Art. tarsometarsale erklärbar.

Outcome

Aufgrund des Fehlens von Veränderungen (Ossifikation des Lig. longitudinale ventrale) im Bereich der Wirbelsäule, wie sie im Rahmen einer DISH zu erwarten ist, ist davon auszugehen, dass es sich bei Tyson um multiple cartilaginäre Exostosen handelt.